Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Die erste Lady Chatterley
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
Die erste Lady Chatterley (englischer Originaltitel: The First Lady Chatterley) ist der Titel der ersten Fassung der drei Lady-Chatterley-Romane, die D. H. Lawrence hinterlassen hat. Er schrieb diese erste Fassung 1926 innerhalb weniger Wochen und ĂŒberarbeitete sie anschließend zweimal. Die dritte und letzte Fassung – Lady Chatterleys Liebhaber –, die 1928 veröffentlicht wurde, ist die bekannteste.

Von den beiden spĂ€teren unterscheidet sich die erste Fassung in Thema, Handlung, Stil und Personencharakterisierung. Als Stufe in der Entstehung des Romans Lady Chatterley ist sie von literaturgeschichtlichem Interesse; darĂŒber hinaus bildet sie einen eigenstĂ€ndigen Roman, den viele Kritiker und Leser – darunter auch die Frau des Autors, Frieda von Richthofen – fĂŒr die gelungenste der drei „Lady Chatterleys“ hielten.cite-ref-1[1] Publiziert wurde die Erste Lady Chatterley erstmals in den USA, im Jahre 1944, 14 Jahre nach dem Tode des Autors; in Großbritannien erschien sie erst 1972. In deutscher Übersetzung liegt sie seit 1946 vor.

Contents

‱ Handlung
‱ Personen
‱ Connie
‱ Clifford
‱ Parkin
‱ Mrs. Bolton
‱ Ausgaben

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Thema und Stil

Die Erste Lady Chatterley ist ein Roman ĂŒber die Sehnsucht des Menschen nach NĂ€he und ĂŒber die Schwierigkeit, solche NĂ€he herzustellen und aufrechtzuerhalten. Dabei geht es hier nicht nur um die Sehnsucht nach NĂ€he zu irgendeinem anderen Individuum, sondern gleichermaßen um die Sehnsucht, die Fremdheit gegenĂŒber einer sozialen Klasse zu ĂŒberwinden, mit der man ohne persönlichen Kontakt auf engem Raum zusammenlebt. Die Erste Lady Chatterley ist weitaus stĂ€rker als die beiden spĂ€teren Fassungen eine Studie von Klassenschranken.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3]

Der Stil ist realistisch.cite-ref-4[4]cite-ref-pinkney140-5-0[5] Die sexuellen Darstellungen, die in der dritten Fassung sehr breiten Raum einnehmen, beschrÀnken sich in der ersten Fassung auf wenige und kurze Passagen und den Gebrauch obszöner Wörter, die nicht einmal ausbuchstabiert werden. Viel knapper als in der dritten Fassung sind auch die Naturbeschreibungen gehalten.

Charakteristisch fĂŒr das Werk ist ein hohes Maß an IntertextualitĂ€t; BezĂŒge bestehen unter anderem zum Buch Kohelet, zur Bibelcite-ref-6[6], zur griechischen Mythologie (Raub der Persephone), zu Äsops Fabeln (Der Hund in der Krippe), Platons Mythos vom Seelenwagen, Voltaire, Racine (PhĂšdre), zum schottischen Volkslied The Keel Row, zu William Cowper (There is a fountain filled with blood), Moriers Schelmenroman Hadschi Baba, Swinburnes Gedicht The Garden of Proserpine und H. G. Wells’ Roman A Modern Utopia.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8] Auf BezĂŒge zu Shakespeares Hamlet hat Barry J. Scherr hingewiesen.cite-ref-9[9]

Handlung

In der Handlung der Ersten Lady Chatterley deutet sich die Handlung der dritten Fassung bereits an, in einigen Teilen weicht sie davon jedoch ab:

Lady Constance Chatterley (Connie) liebt den WildhĂŒter Oliver Parkin, einen klassenbewussten Arbeiter. Der hĂ€lt es nicht lange aus, sich mit der Rolle des BeischlĂ€fers einer Frau zu begnĂŒgen, die womöglich insgeheim auf ihn herabblickt und die auf keinen Fall jemals mit ihm zusammenleben wĂŒrde.

Connie ist verheiratet, mit Sir Clifford Chatterleycite-ref-10[10], einem Baronet, der seit einer Verwundung im Ersten Weltkrieg querschnittgelÀhmt ist. Lawrence macht deutlich, dass das Kriegstrauma nicht nur die untere HÀlfte seines Körpers (Genitalien eingeschlossen), sondern auch seine emotionalen KapazitÀten zugrunde gerichtet hat:

“And he had been so much hurt, that something inside had hardened and could feel no more.”

„Und er war so sehr verletzt worden, dass etwas in ihm verhĂ€rtet war und nicht mehr zu fĂŒhlen vermochte.“

–

D.H. Lawrence

:

The First Lady Chatterley, S. 3

Zwar fĂŒhlt Connie sich ihrem Mann unauflöslich verbunden; nachdem sie Parkins Geliebte wird und die Macht der körperlichen SexualitĂ€t entdeckt, weiß sie aber nicht mehr, wie sie das VerhĂ€ltnis zu dem zutiefst leibfeindlichen Clifford aufrechterhalten kann. Dass Clifford ein einfĂŒhlsamer Mann ist, der Connie nicht zu körperlicher Treue zwingen will und ihr sexuelle Freiheit gewĂ€hrt, erleichtert ihr zwar das Fremdgehen, macht ihr VerhĂ€ltnis zu Clifford fĂŒr sie aber eher schwieriger als leichter.

Da sowohl der Ehemann als auch der Liebhaber sie vor unauflösbare Probleme stellen, erweist ein seit langem geplanter Aufenthalt auf dem Festland sich als willkommene temporĂ€re Fluchtmöglichkeit. Connies Vater ist Maler, und so reist Connie gemeinsam mit ihm und ihrer Schwester Hilda nach Frankreich. Als sie erfĂ€hrt, dass Parkins getrennt lebende Frau erneut Anspruch auf ein Zusammenleben erhebt, zieht es sie nach Wragby zurĂŒck. Nach einem körperlichen Angriff auf Parkin endet die Noch-Ehefrau im GefĂ€ngnis; spĂ€ter wird Parkin die Scheidungsklage einreichen.

Connie ist mittlerweile schwanger. Mit RĂŒcksicht auf diesen Zustand haben Connie und Parkin in der zweiten HĂ€lfte der Romanhandlung keinen Sex mehr miteinander. Dadurch fĂ€llt fĂŒr beide ein Moment weg, das sie bisher unwiderstehlich zusammengebracht hatte:

“It is the sex warmth alone that makes men and women possible to one another. Reduce them to simple individuality, to the assertive personal egoism of the modern individual, and each sees in the other the enemy.”

„Es ist allein die WĂ€rme des Sexus, die MĂ€nner und Frauen einander möglich macht. Reduzier sie auf simple IndividualitĂ€t, auf den an Durchsetzung gewöhnten persönlichen Egoismus moderner Individuen, und jeder sieht im anderen den Feind.“

–

D.H. Lawrence

:

The First Lady Chatterley, S. 272

Bereits wĂ€hrend Connies Aufenthalt in Frankreich hatte Parkin es nicht mehr ertragen, im Dienste des Ehemannes seiner Geliebten zu stehen, und hatte seine Stellung als WildhĂŒter aufgegeben. Connie und Parkins letztes intimes Zusammensein ist eine keusche Nacht in der WaldhĂŒtte, in der sie zum ersten Mal zusammengekommen waren; wie Adam und Eva tollen sie nackt durchs Mondlicht. Nach einer kurzen Übergangszeit, in der er den neuen WildhĂŒter einarbeitet, geht Parkin nach Sheffield, um dort als Arbeiter im Stahlwerk zu arbeiten. Connie besucht ihn in Sheffield und lernt die Freunde kennen, bei denen er wohnt: den Arbeiter Bill Tewson und seine Familie. Connie, die anfangs geglaubt hatte, Parkin besitze keinerlei sozialen Feinschliff, entdeckt beim gemeinsamen Afternoon Tea, wie kultiviert die Lebensart der Arbeiter tatsĂ€chlich ist und wie wenig sie davon versteht. Dies bringt sie Parkin jedoch nicht nĂ€her, sondern erfĂŒllt sie nur mit neuer Frustration.

Clifford lĂ€dt Freunde zu einer Jagdpartie nach Wragby ein. Unter den GĂ€sten befindet sich auch Connies Jugendfreund Duncan Forbes, der einzige Mensch, dem sie sich ĂŒber ihre Liebesbeziehung mit Parkin anvertraut. Duncan ist einverstanden zu lĂŒgen, er sei der Vater von Connies Kind.

Connie und Duncan nutzen die Gelegenheit fĂŒr eine Autoausfahrt zu zweit. Als sie in Tevershall zufĂ€llig Parkin begegnen, nehmen sie ihn kurzerhand mit. WĂ€hrend Duncan das Southwell Minster besichtigt, haben Connie und Parkin eine letzte Aussprache und gehen im Streit auseinander. Duncan versucht zu vermitteln, scheitert aber an Connies Widerstand.

Connie gesteht Clifford ihre Schwangerschaft und auch, dass Duncan nicht der Vater sei. Clifford, der sich weiterhin in tiefer VerdrĂ€ngung von Connies tatsĂ€chlicher SexualitĂ€t befindet, schwelgt in Metaphern einer bevorstehenden Jungfrauengeburt und sieht sich selbst als Josef. Connie glaubt, dass er wahnsinnig geworden sein muss, und beschließt, ihn zu verlassen und mit ihrer Schwester Hilda nach Schottland zu gehen.

Personen

Connie

Connie stammt aus relativ einfachen bĂŒrgerlichen VerhĂ€ltnissen. Ihr Vater ist ein Mitglied der Royal Academy of Arts und verdankt seine Erhebung in die Gentry lediglich der Tatsache, dass er „historische“ Bilder gemalt hat.

Die Connie der ersten Version ist eine aktive und selbstbewusste Frau; wenn sie fĂ€lschlich manchmal fĂŒr schĂŒchtern gehalten wird, so liegt das daran, dass sie sich selbst sehr zurĂŒcknimmt, denn sie ist zutiefst gut und pflichtbewusst, was sie letztlich auch ein bisschen langweilig macht. Sie hat in Deutschland abstrakte philosophische Diskurse kennengelernt (= Diskurse der Befreiung)cite-ref-11[11] und ist ein ausgeprĂ€gt intellektueller Mensch. Ihr fehlen jedoch der scharfe Zynismus und die Sophistication, die fĂŒr ihre soziale Klasse eigentlich kennzeichnend ist (der einzige Zyniker in der Ersten Lady Chatterley ist Connies Schwester Hilda); eher als in Worten denkt Connie in Symbolen und Bildern. Unter dem Eindruck von Cliffords persönlichem UnglĂŒck und in der Isolation von Wragby wird sie ĂŒberdies still und grĂŒblerisch. Die zentrale Frage, die sie umtreibt, ist die nach dem perfekten Kontakt zwischen Mann und Frau. Connie wird entdecken, dass es auf diesem Gebiet keine Perfektion gibt, und sie wird daran scheitern.

Von dem unmittelbar benachbarten Grubenort Tevershall hĂ€lt Connie, ebenso wie ihr Mann, Abstand. Die russische Oktoberrevolution liegt erst wenige Jahre zurĂŒck, und die Vorstellung, dass der Bolschewismus auch auf England ĂŒbergreifen könnte, erschreckt sie.

Lawrence assoziiert Connie Chatterley mit Persephone, der griechischen Göttin der Fruchtbarkeit, und bringt sie damit in Gegensatz zu Platon (Clifford):cite-ref-12[12]

“He was one of the hounds of spring: a Plutonic hound. Pluto, not Plato. And she was an escaping Persephone, Proserpine. Well, she’d rather be married to Pluto than Plato. She’d rather be caught by the wild hound of Pluto than by the speculative spaniel of Plato.”

„Er [= Parkin] war einer der Hunde des FrĂŒhlings: ein Plutonischer Hund. Pluto, nicht Plato. Und sie war die flĂŒchtende Persephone, Proserpina. Nun, sie wollte sich lieber von den wilden Hunden Plutos fangen lassen als vom spekulativen Spaniel Platons.“

–

D.H. Lawrence

:

The First Lady Chatterley, S. 89f.

Hintergrund dieses RĂŒckgriffs auf die griechische Mythologie war Lawrences Rezeption von James Frazers anthropologischem Klassiker Der goldene Zweig (1890), dessen Autor die antike Mythologie als eine Welt portrĂ€tiert hatte, die anders als die Moderne einen Zwiespalt von Leib und Geist noch nicht gekannt habe.cite-ref-13[13]

Clifford

Der Clifford der ersten Fassung ist eine tief angelegte, facettenreiche, sympathische Figur, in die der Leser sich gut einfĂŒhlen kann. Er ist ein Mann, der angesichts seines Schicksals bewundernswert tapfer ist. Trotz seiner Behinderung ist Clifford nicht vergrĂŒbelt oder niedergeschlagen, sondern immens froh – ja triumphierend –, am Leben zu sein. Die Nahtoderfahrung regiert auch sein bescheidenes intellektuelles Leben: mehr als jedes andere philosophische Problem interessiert ihn seit seiner Verwundung die Frage nach der Unsterblichkeit.

Clifford hat seine intellektuelle PrĂ€gung in Cambridge empfangen und teilt mit Connie die Liebe zur deutschen Kultur und Philosophie. Er hat es gehasst, im Weltkrieg gegen Deutsche kĂ€mpfen zu mĂŒssen. Kunstgenuss und Platon-LektĂŒre sind Zerstreuungen, die ihm helfen, seine Leiblichkeit zu vergessen.cite-ref-pinkney140-5-1[5] Platon steht wirklich fĂŒr Cliffords Denken:

“His view was the old-fashioned Platonist view: the soul of the earnest seeker after truth, after that which is essence, pure and enduring, would reach the upper levels where absolute truth, absolute justice shines in the great eternal gleam that at last satisfies the hurt heart of man.”

„Seine Sichtweise war die altmodische platonische Sichtweise: die Seele dessen, der ernsthaft nach Wahrheit sucht, nach dem, was die Essenz ist, rein und nachhaltig, werde die obersten Höhen erreichen, wo die absolute Wahrheit, die absolute Gerechtigkeit im großartigen ewigen Glanz erstrahlt, der endlich das versehrte Herz des Menschen befriedet.“

–

D.H. Lawrence

:

The First Lady Chatterley, S. 28

Wie bei Connie fehlt auch bei Cliffords Intellekt die Spitze und Verfeinerung, er ist ein bisschen beschrĂ€nkt. Er malt ein wenig, verliert aber bald das Interesse daran; er hört Radio. WĂ€hrend Connies Frankreichreise unternimmt er einen Versuch, durch ManagementbemĂŒhungen in der Tevershaller Kohlegrube zu der Verantwortung aufzuleben, zu der seine BaronetswĂŒrde ihn traditionell verpflichtet. Er ist Anteilseigner. Clifford ist ungesellig und hat keinerlei persönliche Freunde; seine gastgeberischen Pflichten beschrĂ€nkt er auf ein Minimum: den Empfang von Verwandten und gelegentliche Jagdpartien. Noch fremder als die Mitglieder seiner eigenen Klasse sind ihm, obwohl er sie in Tevershall tĂ€glich vor Augen hat, die Arbeiter. Sie beunruhigen ihn, er fĂŒrchtet, dass sie ihn bemitleiden. Das einzige Mittel, das er hat, um sein ungeklĂ€rtes VerhĂ€ltnis zu ihnen in eine Ordnung zu bringen, besteht darin, sie zu bezahlen. Er kann aber nicht ganz Tevershall in seinen Dienst stellen.

Connie und Clifford

Connie und Clifford haben ihre Ehe in sexueller Unerfahrenheit begonnen. Zum Zeitpunkt ihrer Heirat und weit darĂŒber hinaus waren sie wirkliche Kameraden, ihre Zuneigung zueinander ist tief und echt und gegenseitig. Beide empfinden ihre Ehe – in Übereinstimmung mit dem Geist der Zeit – als unauflöslich. Aufgrund seiner Behinderung kann Clifford Connie jedoch keine sexuelle ErfĂŒllung bieten.

Clifford ist ein rĂŒcksichtsvoller Ehemann, der hĂ€ufig Schmerzen hat, seine Frau mit seinen Molesten aber möglichst wenig belasten möchte. Er hat Empathie mit Connie und versteht, dass sie eine sinnliche Person ist, die – um nicht zu verbittern – ein Sexualleben braucht. Da sie auch körperlich verfĂ€llt, ist es fĂŒr ihn sehr offensichtlich, dass es ihr nicht gut geht. Er gestattet und gönnt ihr einen Liebhaber; Sex ist fĂŒr ihn jedoch eine solche NullitĂ€t, dass das Liebesleben, zu dem er Connie ermutigt, fĂŒr ihn gĂ€nzlich abstrakt bleibt und ihn gar nicht weiter beschĂ€ftigt. Ihren Liebhaber imaginiert er quasi als Heiligen Geist.

Obwohl sie seinen guten Willen und seine Freundlichkeit immerzu im Blick hat, entfremdet Connie sich im Verlaufe der Handlung von Clifford. Er ist sensibel und spĂŒrt das. Ihre Weltwahrnehmung und die Fragen, die sie beschĂ€ftigen, driften auseinander und Connie hat das GefĂŒhl, dass das GesprĂ€ch sich immer nur noch um Cliffords Themen dreht, dass fĂŒr sie, Connie, in seiner geistigen Welt immer weniger Platz ist. Sie entwickelt Idiosynkrasien: Cliffords FeinfĂŒhligkeit und RĂŒcksichtnahme empfindet sie als aufgesetzt; sie glaubt, dass er ihr insgeheim stĂ€ndig seinen Willen und seine GefĂŒhle aufzuzwingen versuche. Insbesondere sein Siegesstolz ĂŒber sein Überleben stĂ¶ĂŸt sie ab; als Partnerin eines QuerschnittgelĂ€hmten ist sie selbst nicht stolze Überlebende, sondern diejenige, die mit den Konsequenzen fertigwerden muss. Selbst Cliffords ZĂ€rtlichkeit – etwa wenn er ihre Hand hĂ€lt – erreicht sie nicht mehr. Alle Versuche, NĂ€he zueinander zu finden und aufrechtzuerhalten, misslingen. Connie empfindet Clifford gegenĂŒber insgeheim Aggression und sogar Grausamkeit.

Bei aller Entfremdung schneidet Clifford fĂŒr Connie im direkten Vergleich mit Parkin oft aber besser ab als der Liebhaber: im Gegensatz zu Parkin (von dessen politischer Arbeit Connie nichts weiß und auch nichts wĂŒrde wissen wollen) hat Clifford Verve, Idealismus und ein Lebensziel, nĂ€mlich Unsterblichkeit. Connie hĂ€lt Clifford fĂŒr eine ReprĂ€sentation des Besten, das die Menschheit als Kollektiv erreicht hat. Bei ihm findet sie auch Schutz, wenn die Arbeiter ihr mit ihrer latenten NĂ€he zum Bolschewismus Furcht einjagen.

Parkin

Der Oliver Parkin der ersten Fassung ist ein Arbeiter reinsten Wassers. Im Weltkrieg war er einfacher Soldat. Die Ironie und der Sarkasmus, mit dem Lawrence die Figur in der dritten Fassung ausstattet, fehlt. Parkin ist eine sehr geradlinige Person. Er verfĂŒgt ĂŒber keinerlei Bildung und scheint wenig artikuliert zu sein. Anfangs sprechen Connie und er kaum miteinander, und die Briefe, die er ihr spĂ€ter schreibt, sind die absurden, pathetischen Briefe einer Person, die ans Schreiben nicht gewöhnt ist. Erst spĂ€t entdeckt Connie, wie groß der Nuancenreichtum der sprachlichen Ausdrucksmittel ist, ĂŒber die Parkin tatsĂ€chlich verfĂŒgt. Er hat großes Klassenbewusstsein und spricht, obwohl er seine Sprache an King’s English durchaus annĂ€hern kann, seinen Dialekt mit Stolz. Liebend gern wĂŒrde er nach Kanada auswandern, das ein freies Leben verspricht, steckt dann aber im Slum von Sheffield fest. Aushalten kann er dies nur, weil er einer anarchistisch-sozialistischen Arbeiterorganisation angehört, sogar in leitender Funktion. Connie weiß von seinem politischen Engagement nichts.

Im Privatleben ist Parkin ein EinzelgĂ€nger. Zu seinen Aufgaben als WildhĂŒter zĂ€hlt die Verfolgung von Wilderern. Parkin liebt diese Pflicht und scheut auch keine körperlichen Auseinandersetzungen. Er ist ein leidenschaftlicher Mann, auch im Hass. Die Dorfgemeinschaft, aus der die Wilderer sich rekrutieren, nimmt ihm dies ĂŒbel. Er gilt als Kinderschreck. Parkin hat es auch mit Frauen schwer. Die Mutter war lieblos und hat ihm frĂŒh eine Aversion gegen Frauen eingeflĂ¶ĂŸt, mit der Folge, dass auch seine Ehe nicht funktioniert hat. Die Ehefrau war ihm untreu und hat ihn schließlich verlassen, um mit ihrem Liebhaber Marsden zusammenzuleben. Die misogynen Tiraden, die Lawrence Lady Chatterleys Liebhaber in der dritten Fassung in den Mund legt, fehlen in der ersten Fassung aber noch.

Lawrence hat Parkin als Hades-Figur konzipiert. Der EntfĂŒhrer der Persephone herrscht in der griechischen Mythologie nicht nur ĂŒber die Unterwelt, sondern wird auch als Fruchtbarkeitsgott verehrt.cite-ref-14[14] Gleichzeitig bringt Lawrence Parkin auch mit Hephaistos in Verbindung: in Tevershall hat er zeitweilig als Schmied gearbeitet. So, wie Hephaistos von seiner Frau Aphrodite mit Ares (römisch: Mars) betrogen wird, hat Parkins Frau einen Liebhaber Marsden.

Connie und Parkin

Connies Hinwendung zu Parkin ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund zu verstehen, dass die Beziehung zu Clifford seit seiner Verwundung fĂŒr sie schwierig geworden ist. Dabei kommt sie vom Regen in die Traufe: ebenso ambivalent wie Clifford ist fĂŒr sie dann auch Parkin. Die ganze Romanhandlung hindurch schwankt Connie in den GefĂŒhlen, die sie Parkin entgegenbringt. Lawrence macht es fĂŒr den Leser sehr gut nachvollziehbar, dass Connie von ihrem Liebhaber gleichzeitig angezogen und abgestoßen wird. Im Gegensatz zu Clifford ist Parkin nicht gutaussehend: er trĂ€gt einen zottigen, wilden, entstellenden Schnurrbart und hat einen harten, feindseligen Gesichtsausdruck. Bei einer SchlĂ€gerei, die er wĂ€hrend Connies Aufenthalt in Frankreich mit Marsden hat, verliert er zwei ZĂ€hne. Die Arbeit im Stahlwerk von Sheffield verunstaltet schließlich auch noch seine HĂ€nde. Berauscht ist Connie allerdings von der Schönheit seines Körpers. Im Wald, wo sie in ihm einen einsamen Wolf erblickt, erscheint er ihr romantisch. Seine Einsamkeit, ZurĂŒckgezogenheit und Menschenabgekehrtheit faszinieren sie. Dieser Zauber verfliegt jedoch, sobald sie ihn in stĂ€dtischer Kleidung sieht; fast gegen ihren Willen erscheint er ihr dann lĂ€cherlich.

Ähnlich wie Clifford seit seiner LĂ€hmung von Gedanken ĂŒber die Unsterblichkeit der Seele erfĂŒllt ist, gelangt Connie durch die Begegnung mit Parkin zur Idee der Unsterblichkeit des Fleisches. Sie ist ĂŒberzeugt, dass Parkin – in der Feinheit und Reinheit seines Fleisches – Gott physisch sehr nahe ist. Kleine alltĂ€gliche, triviale Beobachtungen, die mit menschlicher Körperlichkeit zu tun haben (etwa das Erröten der in Clifford verliebten Miss Bentley), beschĂ€ftigen sie tief.

Eine gemeinsame Zukunft bleibt Connie und Parkin nicht nur deshalb verwehrt, weil Connie ihre Ehe mit Clifford als unauflöslich empfindet. Connie und Parkin sind sich auch darĂŒber im Klaren, dass sie sich aufgrund des Klassengegensatzes niemals auf eine Form des Zusammenlebens einigen könnten. Weder will Parkin von Connies Geld leben, noch will Connie Parkin zu einem Mitglied der kultivierten Oberklasse ummodeln. Ebenso will weder Parkin Connie zumuten, ihre Herkunft zu verleugnen und sich in einen Arbeiterhaushalt einfĂŒgen, noch ist Connie bereit, ihren gewohnten Lebensstil mit Klavierspiel, Malerei und BĂŒchern aufzugeben. Die erste Lady Chatterley weist deutlich mehr Humor auf, als er in Lawrences Werk sonst zu finden ist, etwa in der Passage, in der Connie sich das intellektuell leere Leben vorstellt, das sie als Parkins LebensgefĂ€hrtin fĂŒhren wĂŒrde:cite-ref-15[15]

‘The meal-times! The inability to converse!’

„‚Die Mahlzeiten! Die Unmöglichkeit zu konversieren!‘“

–

D.H. Lawrence

:

The First Lady Chatterley

Da Parkin es auf die Dauer nicht aushĂ€lt, bei Connie die erniedrigende Rolle eines bloßen „Fuckers“ zu spielen, wĂ€chst der Druck, die Liebesbeziehung entweder in geregelte Bahnen zu bringen oder zu beenden.

Als vorstellbaren Kompromiss bringt Lawrence die Möglichkeit ins Spiel, dass Parkin mit Connie nach Kanada geht: ein junges Land, in dem KlassengegensĂ€tze nicht zu existieren scheinen. Aber auch dies stĂ¶ĂŸt Connie ab.

Auch auf emotionaler Ebene kann Connie sich nicht entscheiden. Der radikale Anspruch, mit dem Parkin sie konfrontiert – er will ihre volle Leidenschaft (deeper desire) –, zieht sie gleichzeitig unwiderstehlich an und wird ihr als Zumutung auch entschieden zu viel. Sie fĂŒhlt sich wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch; obwohl sie sich nach Leidenschaft sehnt, macht ihr das auch Angst. Der großen Verantwortung, die das neu entdeckte Herz ihr auferlegt, ist sie nicht gewachsen. Die stark neurotischen ZĂŒge, mit denen Lawrence die Connie der dritten Fassung ausstattet, fehlen in der ersten Fassung aber noch vollstĂ€ndig: Connie hat weder Inhibitionen, sich ihrem Liebhaber hinzugeben, noch wird sie von destruktiven Impulsen getrieben, mit denen sie die erreichte NĂ€he halb gegen ihren eigenen Willen selbst immer wieder zerstört.

Anders als in der dritten Fassung schenkt die Connie der ersten Fassung ihrer Schwangerschaft kaum Beachtung. Sie ist keine Frau, der ein Kind viel bedeuten wĂŒrde. Die Szene, in der Connie Mrs. Flint, eine junge Mutter, besucht und in ihrem Kinderwunsch stark stimuliert wird, fehlt in der ersten Fassung. Connie zieht zu keinem Zeitpunkt in Betracht, dem Kind einen anderen Vater als Clifford zu geben. Die Vorstellung, in Wragby ein Kind aufzuziehen, macht ihr allerdings Angst, aus der Leidenschaftlichkeit, die ihr Leben durch Parkin gewonnen hat, in die Fadheit ihres bisherigen Lebens zurĂŒckzufallen. Parkin bleibt gegenĂŒber Connies Schwangerschaft vollkommen indifferent.

Mrs. Bolton

Die Figur der Krankenschwester Ivy Bolton ist weitaus weniger detailliert ausgearbeitet als in der dritten Fassung. Mrs. Bolton hegt, weil die Bergwerksleitung sie nach dem Tode ihres Mannes im Stich gelassen hatte, gegen die Gentry einen unĂŒberwindlichen Groll. Wragby ist fĂŒr sie Feindesland, das sie nur betritt, um den Gegner noch einmal zu studieren, bevor sie endgĂŒltig damit abschließt. Die professionelle Distanz, die sie zu Clifford hat, gibt sie wĂ€hrend des Handlungsverlaufes niemals auf.

Wegen ihres LiebesverhĂ€ltnisses zu einem Arbeiter gewinnt Connie schnell Mrs. Boltons Sympathie. Die beiden Frauen fĂŒhren warme, freundschaftliche GesprĂ€che miteinander. FĂŒr Connie ist Mrs. Bolton eine Quelle der Inspiration, weil sie zwar schon seit 23 Jahren Witwe ist, aber immer noch Ressourcen zu haben scheint, aus denen sie Lebensenergie schöpft.

Duncan Forbes

Die Figur des Duncan ist in der ersten Fassung prominenter und auch weitaus positiver gezeichnet als in der dritten Fassung. Duncan ist ein Jugendfreund Connies aus Schottland und war mit ihr kurze Zeit auch einmal verlobt. Da die Freunde sich zu nahestanden, wurde der Plan einer Ehe wieder verworfen.

Wie Connie stammt Duncan, ein moderner Maler, aus kunstsinnigen, aber vergleichsweise einfachen bĂŒrgerlichen VerhĂ€ltnissen. Weil er Connie kannte, bevor sie eine Lady war, hofft er, Parkin davon ĂŒberzeugen zu können, dass der Standesunterschied zwischen ihm und Connie vielleicht doch nicht ganz so groß ist.

Duncan ist ein scharfer Psychologe, der Clifford scheinbar Empathie entgegenbringt, tatsĂ€chlich aber ganz und gar auf Connies Seite steht. Er ist unterhaltsam, „skandalös“ in seinen Auffassungen und mokiert sich ĂŒber alles.

Namensgeber und Anregung fĂŒr die Figur des Duncan war der schottische Maler Duncan Grant (1885–1978), dessen Londoner Studio Lawrence 1915 einmal besucht hatte.cite-ref-16[16]

Entstehung, Veröffentlichung und Rezeption

Der Roman entstand, ebenso wie die ErzÀhlung The Virgin and the Gypsy, in Scandicci, Italien, am Rande von Florenz, wo Frieda und D. H. Lawrence seit dem Mai 1926 die Villa Mirenda gemietet hatten.

Lawrence begann die Arbeit an dem Roman am 22. Oktober 1926; Ende November – vermutlich zwischen dem 25. und 30. November – schloss er eine erste Fassung ab.cite-ref-17[17]cite-ref-mantex-18-0[18] Lawrence wurde jedoch bald klar, dass der Text nicht funktionierte. Er hielt den Gebrauch der Wörter fuck und cunt fĂŒr unwirksam und fĂŒrchtete auch, dass das Publikum seine nicht durchweg schmeichelhafte Darstellung eines britischen Kriegsinvaliden missbilligen wĂŒrde.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20]cite-ref-21[21] Gleichzeitig erschien ihm die Darstellung Cliffords noch viel zu positiv; er wollte ihn gern noch sehr viel deutlicher als jemanden charakterisieren, der von der lebendigen Welt emotional völlig abgeschnitten ist.cite-ref-22[22] Er begann darum unmittelbar mit dem Schreiben einer zweiten Fassung.

Die erste, von Frieda Lawrence in Auftrag gegebene Veröffentlichung erfolgte am 10. April 1944 in den USA bei Dial Press. Am 29. Mai erklĂ€rte ein amerikanisches Gericht das Buch fĂŒr obszön; in zweiter Instanz wurde dieses Urteil am 1. November 1944 wieder aufgehoben.cite-ref-23[23] In Großbritannien erschien die ersten Fassung erstmals im August 1972.

Die meisten Rezensenten hielten die erste Fassung fĂŒr entschieden stĂ€rker als die bekanntere dritte Fassung, fĂŒr „reicher“, „brillianter“, „dichter“, „prĂ€ziser“, „gesĂŒnder“ und „plausibler“. Diana Trilling schrieb: „In mehrerlei Hinsicht ist die erste Version der dritten Version ‚kĂŒnstlerisch‘ ĂŒberlegen: sie ist ökonomischer, visueller, und witziger; sie ist auch betrĂ€chtlich weniger grausam. Aber sie hat Lawrences sexuelle Message ganz klar nicht nur zurĂŒckgestellt, sondern auch verzerrt, und musste darum verworfen werden.“cite-ref-24[24] Die dritte Fassung stieß viele Kritiker ab, und zwar nicht aufgrund ihrer explizit sexuellen Darstellungen, sondern wegen der „gewaltsamen“ und „hysterischen“ Erfindungen, zu denen Lawrence sich darin verstieg.cite-ref-25[25]

Just Jaeckins Lady Chatterleys Liebhaber (1981) gilt von allen Verfilmungen des Stoffes als diejenige, die an der Ersten Lady Chatterley die stÀrksten Anleihen genommen hat.cite-ref-26[26]

Ausgaben

englische Originalausgaben

‱ The First Lady Chatterley. Dial Press, New York 1944.
‱ The First Lady Chatterley. William Heineman, London 1972.
‱ The First Lady Chatterley. 1. Auflage. Penguin, Harmondsworth 1973, ISBN 0-14-003731-4.
‱ D.H. Lawrence: The First and Second Lady Chatterley Novels. Cambridge University Press, Cambridge 2001, ISBN 0-521-00715-1 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche-USA).

deutsche Ausgaben

‱ Die erste Lady Chatterley. Scherz, Bern 1946. (Übersetzung: Ursula von Wiese)
‱ Die erste Lady Chatterley. Toth Verlag, Hamburg 1949. (Übersetzung: Ursula von Wiese)

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Dieter Mehl, Christa Jansohn: EinfĂŒhrung. In: Dieter Mehl, Christa Jansohn (Hrsg.): D. H. Lawrence: The First and Second Lady Chatterley Novels. Cambridge University Press, Cambridge 2001, ISBN 0-521-47116-8, S. xixff, hier: S. xxxii.
cite-note-22. ↑ John Worthen: D.H. Lawrence: The Life of an Outsider. Counterpoint, New York 2005, ISBN 1-58243-341-0, S. 351 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-33. ↑ Robert Burden: Radicalizing Lawrence: Critical Interventions in the Reading and Reception of D.H. Lawrence’s Narrative Fiction. Rodopi, Amsterdam, Atlanta 2000, ISBN 90-420-1303-6, S. 311 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-44. ↑ Keith Sagar: The Art of D. H. Lawrence. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1981, ISBN 0-521-06181-4, S. 197 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-pinkney140-55. ↑ Tony Pinkney: D.H. Lawrence and Modernism. University of Iowa Press, Iowa City 1990, ISBN 0-87745-294-6, S. 140 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-66. ↑ Rebecca Lemon, Emma Mason, Jonathan Roberts, Christopher Rowland (Hrsg.): The Blackwell Companion to The Bible in English Literature. Wiley-Blackwell, 2009, ISBN 978-1-4051-3160-5, S. 935 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-77. ↑ Margot Kathleen Louis: Persephone Rises, 1860–1927: Mythography, Gender, and the Creation of a New a New Spirituality. Ashgate, Farnham 2009, ISBN 978-0-7546-6455-0, S. 195 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-88. ↑ Dennis Jackson: Literary Allusions in Lady Chatterley’s Lover. In: Michael Squires, Dennis Jackson (Hrsg.): D.H. Lawrence’s “Lady”: A New Look at “Lady Chatterley’s Lover”. University of Georgia Press, Athens 1985, ISBN 0-8203-0724-6, S. 170–196.
cite-note-99. ↑ Barry Jeffrey Scherr: Shakespeare’s Hamlet and Lawrence Agonistes: The Early Phase. Cambridge Scholars Publishing, Newcastle upon Tyne 2018, ISBN 978-1-5275-1113-2, S. 52 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-1010. ↑ Namensgeber war George Chatterley, der im Geburtsort des Autors einmal BĂŒrgermeister war und den Lawrence persönlich kannte. The Lady Chatterley. Abgerufen am 7. September 2018.
cite-note-1111. ↑ Petra Rau: English Modernism, National Identity and the Germans, 1890–1950. Ashgate, Farnham 2009, ISBN 978-0-7546-5672-2, S. 136 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-1212. ↑ Andrew D. Radford: The Lost Girls: Demeter-Persephone and the Literary Imagination, 1850–1930. Rodopi (Textxet), Amsterdam, New York 2007, ISBN 978-90-420-2235-5, S. 254 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-1313. ↑ Tomoko Nakada: Returning to the Roots: Lawrence and Lady Chatterley, S. 73. (PDF) Abgerufen am 24. August 2018.
cite-note-1414. ↑ Margot Kathleen Louis: Persephone Rises, 1860–1927: Mythography, Gender, and the Creation of a New a New Spirituality. Ashgate, Farnham 2009, ISBN 978-0-7546-6455-0, S. 119 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-1515. ↑ Kirsty Martin: Modernism and the Rhythms of Sympathy: Vernon Lee, Virginia Woolf, D.H. Lawrence. Oxford University Press, Oxford 2013, ISBN 978-0-19-967408-4, S. 183 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-1616. ↑ M.C. Rintoul: Dictionary of Real People and Places in Fiction. Routledge, London, New York 1993, ISBN 0-415-05999-2, S. 457 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-1717. ↑ Charles Ferrall, Dougal McNeill: Writing the 1926 General Strike: Literature, Culture, Politics. Cambridge University Press, New York 2015, ISBN 978-1-107-10003-9, S. 85 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-mantex-1818. ↑ Lady Chatterley’s Lover – A Study Guide (Memento des Originals vom 29. September 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mantex.co.uk
cite-note-1919. ↑ J. M. Coetzee: Giving Offense: Essays on Censorship. The University of Chicago Press, Chicago, London 1996, ISBN 0-226-11174-1, S. 242 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-2020. ↑ Richard Owen: Lady Chatterley’s Villa: D. H. Lawrence on the Italian Riviera. Haus Publishing, 2014, ISBN 978-1-907973-98-7, S. 81 f. (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-2121. ↑ David Ellis, John Worthen: D. H. Lawrence: Dying Game 1922–1930: The Cambridge Biography of D. H. Lawrence. Cambridge University Press, Cambridge 1998, ISBN 0-521-25421-3, S. 327 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-2222. ↑ Margot Kathleen Louis: Persephone Rises, 1860–1927: Mythography, Gender, and the Creation of a New Spirituality. Ashgate, Farnham 2009, ISBN 978-0-7546-6455-0, S. 119 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-2323. ↑ The Cambridge Edition of the Works of D. H. Lawrence. Lady Chatterley’s Lover and A Propos of “Lady Chatterley’s Lover”. Cambridge University Press, Cambridge 2002, ISBN 0-521-00717-8, S. xiv.
cite-note-2424. ↑ The First Lady Chatterley, by D.H. Lawrence. In: The Nation (New York), 22. April 1944, S. 490–493.
cite-note-2525. ↑ Charles Ferrall, Dougal McNeill: Writing the 1926 General Strike: Literature, Culture, Politics. Cambridge University Press, New York 2015, ISBN 978-1-107-10003-9, S. 103 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-2626. ↑ Louis K. Greiff: D.H. Lawrence. Fifty Years On Film. Southern Illinois University Press, Carbondale, Edwardsville 2001, ISBN 0-8093-2387-7, S. 144 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).